Lesereien: Vergeltung von Don Winslow

Ich lese gerade: Winslow, Don: Vergeltung
Ich muss rechtgeben: Den meisten Rezensenten, die diesen Roman zerreißen.
Ich frage mich: Warum lese ich eigentlich weiter?

„Also, ihr genialen Taktiker und obercoolen Superkrieger, wir kennen das Problem. Jetzt will ich eine Lösung.“

Das fasst eigentlich schon alles zusammen, was der Söldnerchef da sagt. Die Erzählweise ist die eines Films und als Film wäre das mit den schnell wechselnden Perspektiven und Schlaglichtern auch ganz brauchbar. „The Expendables“ nur ohne Humor und mit Pappnasen, statt mit Stallone, Chuck Norris und Co.
In Sachen Finesse … es blitzen ständig Möglichkeiten und tolle Ideen durch, sowohl bei den Figuren, als auch in Sachen Plot, aber ganz oft fehlen die Details (Außer, bei den genauen Nummern von Waffenmodellen. Über die Bezeichnungen erfährt man mehr als über die Waffen selbst).

Ach, ich bringe jetzt die letzten 100 von 480 Seiten noch hinter mich und ärgere mich weiterhin jede Seite lang darüber, dass nicht Frederick Forsyth diesen Roman geschrieben hat. Denn mal ehrlich: Selbst „Die Todesliste“, die nicht Forsyth stärkster Roman ist, hat mehr Faszination und Figurenzeichnung.

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